Geschichte und Stammliste der Sippe Hanisch aus Halbseiten,

veröffentlich von Friedrich Zerbs in der Heimat-Zeitschrift Trostbärnla 1977

 

nachfolgend die Ausführungen von Friedrich Zerbs

Der Familiename wurde ursprünglich HANSS, HANSCH, HAINSCH und schließlich HANISCH geschrieben. Ein Peter HANSS wird 1575 im Purkrecht der Grundherrschaft Rokitnitz unter fol. 656 als in Bärnwald ansässig benannt.

Die Müllereien im damaligen Rokitnitzer Herrschaftsgut waren fast alle mit Müllern besetzt, die der Sippe Hanisch angehörten. Die Mühle in Halbseiten (CN 11) gehörte ursprünglich zur Scholzerei Halbseiten, die bis zur Aufteilung 1652/1654 die späteren Bauernstellen CN 10, CN 12, CN 13 umfasste. Die Bauernstelle CN 10 erwarb 1685 Georg Hansch, ein Sohn des Christof Hansch, der als Stammvater der Halbseitener Hanisch zu betrachten ist und der lt. Steuerrolle von 1654 Besitzer der Hube (Bauernstelle) CN 12 in Halbseiten gewesen ist. Nach den seinerzeitigen Besitzverhältnissen ist anzunehmen, daß Christof Hansch 1685 gleichzeitig Müller in Halbseiten war. Die jeweiligen Müller sind im Untertanenverzeichnis unter den "Hausleuten" geführt worden. George Hanisch starb 1701. Sein Sohn Friedrich bekam die Bauernstelle CN 10 und dessen Bruder Christof die Bauernstelle CN 13. Der dritte der Brüder, Hans Heinrich Hanisch, im Jahre 1700 noch als "Müllerknecht" oder "Müllerscher" bezeichnet, 1701 auf Wanderschaft, wurde 1702 Müller in Halbseiten CN 11. Zu der von CN 12 abgetrennten Mühle gehörte nur wenig Land.

In Ottendorf war 1659 A. Mathes Hansch Müller auf der damals bis 1713 zur Rokitnitzer Herrschaft gehörenden Mahlmühle.

Im jahre 1711 kam als Müller Michael Hanisch (geb. 1685), Sohn des Rokitnitzer Müllers Elias Hanisch, auf die Halbseitener Mühle, während aus Halbseiten Hans Heinrich Hanisch als Müller ins Mitteldorf ging. Im jahre 1717 geht Michael Hanisch auf die Mühle nach Bärnwald, die damals noch zur dortigen Schölzerei gehörte. Nach Halbseiten kam nun wieder aus Mitteldorf Hans Heinrich Hanisch zurück. Er blieb Müller bis 1731. Dann ging er als Müller nach Bärnwald und kaufte 1735 die Scholzenmühle. Als Müller nach Halbseiten kommt 1731 Hans Heinrich Hansch (geb. 1683), ein Sohn des Rokitnitzer Müllers Elias Hansch.  Er bleibt bis 1733 und geht dann ins Stadtl. An seine Stelle tritt 1733 Caspar Hanisch (geb. 1706), der 1738 Halbseiten verlässt und als Müller nach Kronstadt geht. Ab 1739 ist Halbseitener Müller Josef Rindt (geb. 1695), der 1730 in zweiter Ehe die Tochter des Christof Hansch von Halbseiten CN 13 geheiratet hatte. Rindt bleibt bis 1749, überlässt die Mühle seinem Schwiegervater Christof Hansch und geht als Müller nach Rehberg. Im Jahre 1757 kam der junge Hans Josef Hanisch, ein Sohn des Anton Hanisch, des Müllers von Bärnwald, auf die Halbseitener Mühle. Er wird 1771 in Halbseiten CN 11 als Müller im Untertanenverzeichnis geführt. Er übernimmt 1775 die Bärnwalder Mühle. Die Halbseitener Mühle  erwirbt sein Bruder Christof Hanisch.

 

 Stammtafel Christof Hansch  (JPG-Datei 1,8 MB)

Fridrich Zerbs schreibt im Anschluss an seine Aufzeichnungen:

Mit Wehmut bleibt festzustellen: Das Ende der männlichen Linie der Halbseitener Sippe Hanisch ist vorauszusehen. Unfälle und Kriege haben dazu beigetragen. Die vorstehende Stammliste ist unvollständig, so wie eben alles im menschlichen Leben. Ich habe durch Ermittlungen bei noch lebenden Wissensträgern, Abschreiben, Suchen und Vergleichen von Stammlisten ( Zerbs Friedrich, Zerbs Emil, Mannel Rudolf, Heissig Anna, Wytopil Egon ), aus Vermerken von Ing. Ernst Michalitschke und Rudolf Alliger, man kann sagen aus einem Mosaik verschiedener Quellen, versucht, ein zusammenhängendes Bild der Sippe Hanisch aus Halbseiten darzustellen. Halbseiten war bis 1945 ein blühendes Dorf. Nun ist es tot. Kein Einwohner lebt mehr dort. Auf dem landwirtschaftlich genutzten Land von ehemals wächst von der Koppe bis an die Erlitz Busch, Strauchwerk.

 

 

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