Herkunft des Familiennamen Blümel

Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, nach seinem Familiennamen zu forschen. So besteht unter anderem die Möglichkeit, die Verbereitung der Familiennamen kostenfrei auf einer Landkarte bei GeoGen-online darstellen zu lassen. Hierduch bekommt man Hinweise, in welchen Regionen der Familienname verhältnismäßig häufig vorkommt. Die Recherche selbst erfolgt anhand der Telefonbucheinträge (Stand 31.12.2002). Natürlich ist zu bedenken, dass die Telefonbucheinträge nicht mit der tatsächlichen Anzahl der Einwohner übereinstimmt und zwischenzeitlich auch schon etwas älter ist. Dennoch kann man in einzelnen Fällen sehr brauchbare Resultate erzielen.

 Absolute Darstellung (oben): Der Familienname Blümel kommt nach dieser Recherche überproportional häufig in Deutschland vor - nämlich genau 1959 Telefonanschlüsse. Die meisten Telefonanschlüsse gibt es in der kreisfreien Stadt Berlin; insgesamt 121.

 Bei der relativen Darstellung des Familiennamen (unten) wird die Einwohnerzahl berücksichtigt. Hierdurch wird verhindert, dass Ballungsräume, in denen Familiennamen natürlich häufiger vorkommen, die Darstellung verzerren. Die Anzahl der Familiennamen wird im Verhältnis zu einer Million Einwohnern dargestellt.



Relativ gesehen (im Verhältnis zur Einwohnerzahl von 1 Million Einwohnern) gibt es also die meisten Blümel im Niederschlesischen Oberlausitzkreis.

 Anhand der Darstellung könnte man vermuten, dass der Urspung des Familiennamen Blümel im Osten liegen könnte.
 

 

Bedeutung des Familiennamen Blümel

Für die Namenforschung ist es natürlich wichtig, dass man zu einem Namen auch weit zurückliegende Schreibweisen berücksichtigt. In den Anfängen der Aufzeichnungen (nach 1630) wurden Familiennamen oftmals phonetisch niedergeschrieben, wodurch es im Verlaufe eines Jahrhunderts zu unterschiedlichen Schreibweisen eines Familiennamens kam.

Insbesondere in den weit zurückliegenden Dokumenten habe ich von meinen Vorfahren die Schreibweisen Bliemel, Blimel, Bliemmel, Blimmel und später Blümel gefunden.
Aus einigen Dokumenten habe ich auch die tschechische Schreibweise des Familiennamens Blümel, nämlich Blymel, anlässlich der Erfassung im Theresianischen Kataster von 1713, gefunden.
 
Auf dem amerikanischen Kontinent wurde übrigens die Schreibweise (und spätere Aussprache) von Blümel teilweise zu Blumel.

 
 Bei dem Namen Blümel denkt man schnell eine "Blume" oder auch an Namen wie Blum (Bluhm), Blüm (Blühm), Blüml, Bliemel o.ä.

Im 11. und frühen 12. Jahrhundert kannte man nur germanische, gotische, christliche und hebräische Vornamen. Damit war in der damaligen Zeit jede Person eindeutig zu identifizieren. Historisch gesehen ist also der Rufname älter als der Familienname.

Erst nachdem die Städte immer größer wurden, war eine Unterscheidung alleine nach dem Rufnamen nicht mehr möglich. Etwa zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert wurden zur Unterscheidung der Vornamen charakterisierende, beschreibende Wörter hinzugefügt. Beispielhaft seien hier der lange Franz oder Hans der Gärtner, genannt. Damit waren Personen wieder eindeutig zu identifizieren, zumindest eine zeitlang.

 Die Namensgebung nahm also in den Städten ihren Anfang, der ländliche Raum folgte erst später nach.

Übrigens dürfte ein hoher Anteil der Namen auf kirchliche Taufnamen zurückzuführen sein.

Die Herkunftsnamen, Ortsnamen, Haus- und Hofnamen manchmal unter Bildung der Nachsilbe "er" sind ebenfalls recht häufig anzutreffen. Der aus Wiesbaden abstammt, z.B. Kurt der Wiesbadener.

Einerseits konnten Mitglieder einer Familie durchaus unterschiedliche Beinamen haben, andrerseits konnte ein und dieselbe Personen mehrere Beinamen haben. Etwa, wenn der "lange Hans" aus Wiesbaden stammt, könnte dieser sowohl als" langer Hans" aber auch als "Wiesbadener Hans" angesprochen bzw. identifiziert werden.

 Zur Dokumentation von Grundbesitz oder der Zahlung von Steuern (früher:Roboth) war eine Unterscheidung nur durch den Beinamen alleine nicht mehr ausreichend. So musste also aus verwaltungstechnischen Gründen der Beiname in einen festen Familiennamen umgewandelt werden. Der Familienname sollte sowohl amtlich verbindlich, als auch vererbbar sein.

 

 

Differenzierungen der Familiennamen nach Gruppen


 Patronyme (Vaternamen), Metronyme (Mutternamen): Personen wurden nach dem Rufnamen ihres Vaters oder ihrer Mutter benannt, z.B. Hans Petersohn, Karl Friedrichs, Meiensohn(=Sohn der Maria);

Herkunftsnamen u.a. als Ergebnis der Binnenwanderung, z.B. Westphal (der aus Westfalen), Unger (der aus Ungarn), Allgaier (der aus dem Allgäu).

Wohnstättennamen: Benamung nach der Wohnstätte, der Stelle an der sie wohnen, vor allem im ländlichen Raum, z.B. Bergelmann (am Berge), Kamp (eingefriedetes Land-, Wald- oder Ackerstück), Mooser (am Moos/Sumpf).

Berufsnamen: Benamung nach Stand oder Beruf bzw. Utensilien derselben: z.B. Müller, Schreiner, Schmied, Hut.

Übernamen: der Träger wird nach körperlichen, charakterlichen oder biographischen Eigenheiten benannt, z.B. Scheel (der Schielende) oder Schimmelpfennig (Geizhals).


Ableitung des Familiennamen Blümel

 Im Internet habe ich zur Ableitung des Familiennamen Blümel mehrere Hinweise gefunden:

Blühm: mittelnorddeutscher Übername Blöme, Blume, Blüte;

auch als Berufsname für den Blumengärtner.

weiter Formen: Blume (um 1200), Blome (um 1258), Blümeli (um 1280).

Blume: mittelniederdeutsch Blöme, Blume, Blüte oder Übername für den Blumengärtner

weitere Formen: Blume (um 1200), Blome(um 1258) Blümeli (um 1280), Blumentrit(um 1342)


Ableitung von Blume mit -l Suffix. Blume:


So einfach die sprachliche Herleitung dieses Familiennamen von nhd. bluome "Blume, Blüte" ist, so vielfältig sind die Anlässe, die zur Vergabe dieses Namens geführt haben können:

1. Übername für jemanden, der eine auffällige Verzierung in Form von einer Blume an seiner Kleidung trug.

2. Da nhd. bluome aber auch im bildlichen Sinne "das Schönste, das Beste seiner Art" meint, könnte hier auch diese Bedeutung, vielleicht ironisch gemeint, vorliegen.

3. Hausname: Als Hauszeichen war die Blume außerordentlich beliebt. So ist z. B. schon 1197 in Köln ein Haus que flos dicitur (das Blume genannt wird) bezeugt. Nach derartigen Hausnamen wurden gerne die Einwohner benannt.

4. Berufsübername für den Blumengärtner.

5. Berufsübername: Als "Blume" wurde auch eine Art Gewürz, vielleicht die Muskatnuss, bezeichnet, so dass auch der Gewürzhändler gemeint sein könnte.

6. Herkunftsname zu dem Ortsnamen Blume (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen).

 Aufgrund der bisherigen Ergebnisse komme ich zu dem Ergebnis, dass unser Familienname Blümel mit der beruflichen Tätigkeit meiner Vorfahren zusammenhängen könnte. Aus vielen urkundlichen Quellen konnte ich entnehmen, dass die Vorfahren zwischen 1700 bis ca. 1900 als Gärtner, Gartenarbeiter, evtl. Feldarbeiter, Bauern, tätig waren.


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